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Osnabrück gewinnt Spitzenspiel

Die GiroLive-Panthers Osnabrück haben sich in einem spannenden und intensiven Spitzenspiel gegen die GISA Lions SV Halle durchgesetzt: Nach dem 65:61-Erfolg (36:28) steht fest, dass das Team von Mario Zurkowski als Tabellenerster in die Playoffs gehen und somit in jeder Paarung den Heimvorteil auf seiner Seite haben wird. Die entscheidenden Zähler in den Schlusssekunden erzielten Jenny Strozyk und Emma Eichmeyer. Beide sind am vergangenen Montag 19 Jahre alt geworden. „Es freut mich, dass sie Mut gehabt und Entscheidungen getroffen haben. Wir fördern junge deutsche Spielerinnen und akzeptieren im Verlauf ihrer Entwicklung, dass sie auch mal Fehler machen. Heute haben sie die Entscheidung gebracht“, lobte der Coach.

Beide Mannschaften erwiesen sich zu Beginn als treffsicher. Die Gastgeberinnen hatten bereits nach gut fünf Minuten vier Dreier eingenetzt (16:11). Halle traf aber ebenfalls viermal aus Distanz und hielt den Anschluss (24:18; 10. Minute). Eine längere Pause, nachdem die Anzeigetafel wiederholt ausgefallen war, hatte Osnabrück den Rhythmus gekostet (22:13; 8. Minute).

Der Tabellenzweite konnte zunächst sogar ausgleichen (24:24; 14.). Melina Knopp erlöste die 550 Zuschauer nach fast vier Minuten, ihr Dreier zum 27:24 läutete einen 10:0-Lauf ein (34:24; 17.). Nach vier Minuten ohne Zähler wehrte sich Christin Mercer gegen den Rückstand, ehe Emma Eichmeyer von der Freiwurflinie den Halbzeitstand herstellte (36:28).

Mutlos kamen die Niedersachsen aus der Pause. Die Folge: Nach zwei Minuten nahm Zurkowski eine Auszeit, der Vorsprung schrumpfte auf 36:35 (23.). Tonia Dölle weckte ihr Team dann mit einem Korb plus Foul auf, Knopp und Dölle legten aus der Distanz nach – Auszeit Halle (45:35; 26.). Angeführt von Ieva Kazlauskaite, mit acht Punkten in Folge, verkürzten die Gäste zunächst. Dimitra Kampouraki gelang in der 29. Minute der 46:46-Ausgleich. Ein Dreier von Elisa Hebecker war der Höhepunkt eines 1:18-Laufs der Lions (46:53; 20.). Kata Takács traf noch von der Freiwurflinie, Mercer ebenfalls, und so ging es mit 48:54 in den Schlussabschnitt.

Die ersten Punkte gingen auf das Konto von Mercer (32.), danach blieb der Bundesligaabsteiger aber vier Minuten ohne Korb. „Wir haben uns nicht runterziehen lassen und uns über die Defensive zurückgekämpft“, beschrieb der Trainer die folgende Phase. Durch Freiwürfe verkürzte das OSC-Team in dieser Zeitspanne auf 55:56, ehe Mercer wieder traf (36.). Takács und Strozyk zwangen den Portugiesen José Araujo zu einem Timeout (59:58; 37.). Es waren die ersten Punkte aus dem Spiel heraus seit Dölles Dreier zum 45:35.

Kampouraki schockte den Spitzenreiter mit ihrem Dreier zum 59:61 (38.). Doch Melli Knopp zog beherzt zum Korb und gleich 70 Sekunden vor dem Ende aus. Mit 16 Punkten war sie nicht nur Osnabrücks Topscorerin. „Sie hat das Team mitgerissen und den Kampf vorgelebt“, verteilte der Headcoach ein Sonderlob an die Mannschaftsführerin. Im Anschluss an eine Auszeit (41 Sekunden vor dem Ende) nahm Jenny Strozyk Fahrt auf und legte mit Ablauf der Wurfuhr zum 63:61 ab. Ein Dreier von Hebecker prallte im folgenden Angriff vom Ring ab, der Rebound landete in den Händen der Panthers. Emma Eichmeyer wurde bei fünf verbleibenden Sekunden gefoult, bewies Nervenstärke und verwandelte beide Freiwürfe zum 65:61-Endstand. 

„Wir wollten diesen Sieg gegen einen starken Gegner, er ist wichtig für unser Selbstbewusstsein. Es war zwar das dritte Spiel gegen Halle, aber das erste ohne Milica Milosev auf unserer Seite. Wir waren vorher etwas nervös, weil wir nicht wussten, wo wir stehen. Wir haben zuletzt nicht so überzeugend gespielt. Umso wichtiger war es, dass wir heute Charakter gezeigt und unser Herz auf dem Feld gelassen haben. Das ist eine wertvolle Einstellung, die wir im weiteren Saisonverlauf brauchen werden“, sagte Zurkowski, der auch die Zuschauer als x-Faktor ausgemacht hatte: „Jeder Fan hat einen genau so geilen Job gemacht wie das Team.“

Osnabrück hat nun Platz 1 zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde sicher. Am kommenden Samstag sind Rowie Jongeling & Co. in Bad Homburg zu Gast. Die Falcons sind zurzeit 4. und wären dann Gegner der Panthers in der ersten Runde der Playoffs. Allerdings liegen sie gleichauf mit Rotenburg, so dass die Gastgeberinnen äußerst motiviert sein dürften und jeden Sieg benötigen.

Die Viertel im Überblick:24:18; 12:10; 12:26; 17:7.

Für die Panthers spielten:Sarah Olson (6 Punkte/2 Dreier), Rowie Jongeling (5/1), Melina Knopp (16/4), Tonia Dölle (6/1), Annemarie Potratz, Julia Dzeko (n.e.), Emma Eichmeyer (4), Jenny Strozyk (13), Esther Borchers (n.e.), Frieda Bühner (n.e.), Kata Takács (8) und Brianna Rollerson (7).