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Wolfenbüttel erzwingt Spiel drei

Die Girolive-Panthers Osnabrück müssen im

Playoff-Halbfinale der 2. Basketball-Bundesliga in die Verlängerung: Im zweiten

Halbfinalspiel unterlagen sie vor rund 700 Zuschauern in eigener Halle in einer

packenden Schlussphase mit 64:67 gegen das Wolfpack Wolfenbüttel. Am kommenden

Samstag (8. April) müssen die Panthers zum dritten Spiel nach Wolfenbüttel

reisen

 

Ungewöhnlich lange 5:03 Minuten mussten die

Panthers-Fans stehend auf Osnabrücker Punkte warten. Dann erlöste Spielmacherin

Promise Amukamara den OSC-Anhang mit dem ersten Korb. Weil Alli Gloyd, Birgit

Piibur und Flavia Behrendt bis dahin schon getroffen hatten, führte

Wolfenbüttel mit 6:2. Leonie Rosemeyer ließ einen Dreier für die Gäste folgen,

die mit einem Ballgewinn und Alysha Womacks Treffer den Vorsprung gar auf 11:2

ausbauten (6. Minute). Die Panthers fanden gegen die aggressive

Wolfpack-Defensive keine Mittel – auch personelle Wechsel halfen wenig, weil

selbst die erfahrenen Spielerinnen wie Amukamara Nerven zeigten, wenn sie mal

zum Abschluss kamen. Ab der 8. Minute lief es dann plötzlich bei den Panthers:

Viktoria Vincze bediente Amukamara. Deren Korbleger war der Start eines

9:0-Laufes, den Tonia Dölle mit einem Dreier krönte (11:11/9.). Die OSC-Frauen

waren körperlich präsenter und wieder im Spiel, auch wenn das Wolfpack bis zum

Ende des Viertels wieder auf drei Punkte davonzog (13:16).

 

Amukamara hält die Panthers im Spiel

Mit dem dritten Foul saß Osnabrücks Milica

Milosev schon früh im zweiten Viertel wieder auf der Bank – ohne dass die

Topscorerin aus dem ersten Spiel auch nur einen Punkt hatte beisteuern können.

Wolfenbüttel überzeugte mit eben jenen Qualitäten, die den OSC zum Auftakt der

Serie so stark gemacht hatten: Das Wolfpack kämpfte mit einer erbitterten

Defensive, hatte die Hoheit bei den Rebounds und nutzte jeden Fehler zu

schnellen Punkten. Mit einem 9:0-Lauf machte Wolfenbüttel das Polster

zweistellig (25:13/13.), bevor Amukamara mit einem Dreipunktspiel und Mikaela

Gustafsson und erneut Amukamara wieder verkürzten (20:25/15.). Ramona Tews

legte mit einem Bogenlampen-Dreier nach (23:25/15.), Amukamara kam nach einer

schmerzhaften Begegnung mit der Bande zum nächsten Dreipunktspiel und der OSC

zum Ausgleich (27:27/16.). Nach 17:07 Minuten war es erneut Amukamara, die für

die erste Panthers-Führung des Spiels sorgte (29:27), während Wolfenbüttels

Spielgestalterin Piibur eine Verschnaufpause auf der Bank erhielt. Zurück im

Geschehen, setzte die Estin den Schlusspunkt vor der Halbzeit, als sie das

Wolfpack 0,8 Sekunden vor der Sirene mit 33:32 erneut in Führung brachte.

 

15 Sekunden nach Wiederbeginn glich Milosev von

der Freiwurflinie aus und fügte sich gleich weiter gut ein: Mit der Wurfuhr

fiel ihr Verzweiflungsdreier in den Ring (36:35/22.). Amukamaras Balleroberung

und Fastbreak brachten drei Punkte Vorsprung, die Womack aus der Distanz

egalisierte (38:38/23.). Kurz darauf nahm Milosev bereits mit ihrem vierten

Foul wieder auf der Bank Platz, aber dafür fand N‘Dea Bryant in die Partie und

erzielte ihre ersten Punkte (40:38/24.). Abgeklärt ließ sie den Korb zum 44:39

(26.) folgen, aber zur Beruhigung trug das nicht bei, weil die Trainer

zunehmend mit den Entscheidungen der Unparteiischen haderten: Osnabrücks Mario

Zurkowski und Wolfenbüttels Pierre Hohn glühten an der Seitenlinie. Mit Nina

Rosemeyers Freiwürfen war auch das Geschehen auf dem Feld wieder auf

Betriebstemperatur (44:43/27.). Bryant und Tews per Dreier bauten den Vorsprung

erneut aus (49:43/29.). Das Sechs-Punkte-Polster hatte Bestand, weil erst

Melina Knopp per Dreier und dann Jenny Strozyk 0,7 Sekunden vor der Sirene traf

(56:50).

 

Entscheidung fällt Sekunden vor Schluss

Eine Entscheidung war das längst noch nicht: Das

Wolfpack verkürzte vornehmlich durch Gloyd (58:56). Den Panthers fehlte im

Angriff der kühle Kopf, um sich gegen die bissige Defensive gute Abschlüsse zu

erarbeiten, aber auch den Gästen flatterten von der Freiwurflinie die Nerven.

Zweimal verpassten sie den Ausgleich, bevor Gloyd einen ihrer zwei Freiwürfe

dann doch zum 59:59 verwertete (37.). Für Bryant bedeutete das fünfte

persönliche Foul das vorzeitige Spielende. Schlimmer noch: Nach einem

misslungenen Panthers-Angriff brachte Piibur die Gäste wieder in Front

(59:61/38.). Nur drei Punkte hatte der OSC bis dahin im Schlussabschnitt

erzielt. Amukamara glich mit Freiwürfen aus, die offiziell rund 700 Zuschauer

waren nun endgültig entfesselt, aber das Finale hatte noch Steigerungsbedarf.

Ausgerechnet in dieser Phase nutzten die Panthers ihre Angriffe nicht und

schlossen überhastet und unüberlegt ab. Als Gloyd zwei Freiwürfe im Ziel

unterbrachte, lag der OSC 24,4 Sekunden vor Schluss mit vier Punkten zurück

(61:65). Knopp schloss 15,4 Sekunden vor dem Ende per Dreier zum 64:65 auf, die

Hoffnung keimte, aber Piibur legte völlig frei zwei Punkte nach. Weil Knopps

letzter Distanzversuch nicht ins Ziel fand, müssen die Panthers am kommenden

Samstag zum dritten Spiel nach Wolfenbüttel reisen.

 

Auch Göttingen und Neuss gehen ins dritte Spiel

Auch in der zweiten Halbfinalserie wird der

Sieger erst am kommenden Wochenende feststehen: Die Veilchen Ladies Göttingen,

die als Spitzenreiter in die Playoffs gegangen waren, unterlagen bei den TG

Neuss Tigers mit 63:72. In der Serie steht es nun 1:1. Die Entscheidung fällt

am kommenden Sonntag (16 Uhr) im dritten Spiel in Göttingen.

 

 

Neue Osnabrücker Zeitung