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Erster Sieg im Halbfinale

Wolfenbüttels Heimvorteil ist egalisiert, nein pulverisiert: Die Girolive-Panthers haben das erste Halbfinalspiel der Playoffs in der 2. Basketball-Bundesliga beim Wolfpack Wolfenbüttel mit 78:61 (45:25) gewonnen. Mit einem weiteren Sieg am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) in eigener Halle können die OSC-Frauen bereits den Einzug in die Finalserie perfekt machen.
 
Es würde darauf ankommen, welche Mannschaft die Nervosität im ersten Spiel der K.-o.-Runde als Erstes ablegen könnte, hatte Panthers-Trainer Mario Zurkowski im Vorfeld geahnt. Nach drei Sekunden hätte Milica Milosev die Panthers in Führung bringen können, aber sie vergab den freien Korbleger. Auf der Gegenseite brachte Alli Gloyd den ersten Abschluss nicht unter – und so besorgte Ramona Tews die Panthers-Führung. Mit einem Dreier zog Theresa Simon das Momentum schnell wieder auf die Seite Wolfenbüttels (4:2/2. Minute), aber die Gäste holten es sich zurück: Auch Tews traf aus der Distanz zur Drei-Punkte-Führung (9:6/4.).

Starke Defensivreihen, aber Panthers finden bessere Lösungen
Wie es nicht anders zu erwarten war, waren beide Teams gut aufeinander eingestellt und stellten defensiv geschickt die Lauf- und Passwege des Gegners zu. Die Panthers hatten leichte Feldvorteile: Melina Knopp sorgte mit einem Ballgewinn und Fastbreak-Punkten für einen 15:10-Vorsprung (6.). Alysha Womack konterte mit einem Dreier (15:13), aber die Panthers behielten bei allem Gegendruck kühlen Kopf und die Oberhand bei den Rebounds: Spielmacherin Promise Amukamara und N‘Dea Bryant erhöhten für die OSC-Frauen auf 19:13 (8.). Ein Vorsprung von fünf Punkten für Osnabrück hatte nach den ersten zehn Minuten noch Bestand (23:18).

Auszeit kann Panthers-Wirbel nur kurzfristig bremsen
Die Panthers verteidigten giftiger als beim mühsam erarbeiteten letzten Sieg der regulären Saison und konnten sich deshalb auch erlauben, dass sie nicht alle Abschlüsse in Ruhe und überlegt auf den Korb brachten. Im dritten Wolfenbütteler Angriff des zweiten Abschnitts verteidigte der OSC so energisch, bis die Sirene der Wurfuhr den Wolfpack-Vorstoß beendete. Aber auch Wolfenbüttel konnte verteidigen, und ließ auch die Panthers innerhalb von 24 Sekunden nicht zum Abschluss kommen. In den ersten fünf Minuten des punktarmen Viertels gelangen nur den OSC-Frauen Zähler in Form eines 6:0-Laufes. Als Milosev dann auch noch einen Dreier folgen ließ, schien die Lage der Panthers ansatzweise komfortabel (32:18/16.), aber eine Wolfpack-Auszeit brachte einen kleinen Bruch: Erst traf Gloyd (32:20/17.), dann produzierten die Panthers einen Ballverlust und kassierten nach einem technischen Foul erst einen Freiwurf und dann einen weiteren Korb (32:23/17.).

Zur Pause dominieren die Panthers deutlich
Lange hielt sich der OSC mit diesen Rückschlägen nicht auf: Milosev und Bryant legten einen 6:0-Lauf hin (38:23/19.). Kurz hielt Wolfenbüttel mit Gloyd dagegen (38:25/19.), aber dann trafen Knopp per Dreier, Milosev nach einem Steal und sagenhaftem Antritt sowie Tonia Dölle nach einem Rebound fünf Sekunden vor der Pausensirene – und die Panthers waren endgültig die tonangebende Mannschaft (45:25). Zur Halbzeit sprachen die Zahlen Bände: 62 Prozent aller Panthers-Abschlüsse aus der Nah- und Mitteldistanz hatten ins Ziel getroffen. Wolfenbüttel kam auf 27 Prozent. Aus der Distanz lagen beide Teams gleichauf (33 Prozent). Bei den Rebounds hatten ebenfalls die Gäste eine deutliche Dominanz (20:9), die stark verteidigten, aber auch intelligent den Weg zum Korb und immer wieder die Räume für tödliche Pässe in der Wolfpack-Abwehr fanden.

Milosev versenkt zwei Dreier, Panthers bauen Vorsprung aus
Nach dem Seitenwechsel fanden die Panthers nicht sofort ihren Rhythmus wieder. Womack verkürzte erst einmal mit fünf Punkten am Stück (45:30/21.), bevor Mikaela Gustafsson von der Freiwurflinie und Bryant aus dem Spiel für die Gäste punkteten (49:30/23.). Das Wolfpack war damit wieder gezähmt, ein Aufbäumen unterbunden. Die Gastgeberinnen trafen zwar regelmäßiger als noch im zweiten Abschnitt, aber das brachte sie nicht wirklich heran. Der OSC hatte immer die richtigen Antworten, und zur Not traf Milosev aus der Distanz wie zum 53:30 (bei drei Sekunden auf der Wurfuhr/15. Minute) und zum 58:35 (27.). Auch ohne den allerhöchsten Aufwand zu betreiben und die Spitzenschlagzahl aus der ersten Halbzeit zu erreichen, bauten die Panthers die Führung weiter aus und gingen mit satten 24 Punkten Vorsprung in den Schlussabschnitt (63:39).

Panthers bringen den Sieg ins Ziel
„Nicht nachlassen, auch wenn es aussichtslos erscheint“, wollte der Hallensprecher das Wolfpack vor dem letzten Viertel noch nicht abschreiben, und die Kulisse in der Lindenhalle war noch nicht gänzlich zum Schweigen gebracht: Aneliya Draganova eröffnete für Wolfenbüttel mit einem Dreier, Klaudia Grudzien ließ einen Freiwurf folgen (63:43/32.), verletzte sich dann aber in einer Offensivaktion. Knopp sendete mit einem Dreier (bei zwei Sekunden auf der Wurfuhr) ein Lebenszeichen der Panthers (66:43/33.), Milosev ließ kurz darauf den nächsten folgen (69:47/34.). Auch Womack wollte da nicht zurückstehen, verkürzte ebenfalls per Dreier (69:53/36.). Aber Milosevs nächster ansatzloser Treffer für drei Punkte reichte den Gästen, um nicht ernsthafter in Bedrängnis zu geraten (72:53/36.), auch wenn ihnen das Zusammenspiel nicht mehr ganz so locker von der Hand ging. Auch das Wolfpack zeigte Ermüdungserscheinungen, so dass an eine Wende des Spiels nicht mehr zu denken war, auch wenn Wolfenbüttel den Schlussabschnitt mit 22:15 für sich entschied.

Neue Osnabrücker Zeitung