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Panthers gehen trotz Sieg als Dritter in die Playoffs

Die Girolive-Panthers Osnabrück haben am 22. und letzten Spieltag der Saison in der 2. Basketball-Bundesliga mit 67:55 gegen die Krofdorf Knights gewonnen, bleiben aber Dritter und starten damit mit einem Auswärtsspiel in Wolfenbüttel in die Playoffs. Weil die Veilchen Ladies der BG Göttingen den bisherigen Spitzenreiter Wolfenbüttel deutlich mit 82:51 bezwangen und in der Tabelle überholten, reichte der Osnabrücker Sieg nicht, um noch auf Rang zwei der Liga zu springen, der ein Heimspiel zum Playoff-Auftakt bedeutet hätte.
 
Nach nur vier Sekunden durften sich die Fans, die traditionell stehend auf die ersten Panthers-Punkte im Spiel warten, wieder setzen: Promise Amukamara ließ mit ihrem ersten Korb wenig Zweifel an der Entschlossenheit der OSC-Frauen, die allerdings in der Folge mit ihren Nerven, Ballverlusten und ungenauen Würfen zu kämpfen hatten. Krofdorf machte es besser, hatte in Chelsea Small und Roos Hof sichere Schützinnen und sorgte für frühe Ernüchterung (2:9/3. Minute). Erin Bratcher legte schnell den zweiten Distanztreffer der Gäste nach. Die nach einer Auszeit aufmerksamere Panthers-Abwehr machte den Hessinnen das Leben etwas schwerer, aber vor allem offensiv lief es im Zusammenspiel sowie bei den Abschlüssen der Panthers noch nicht rund. Exemplarisch standen dafür zwei Korbleger, die Ramona Tews vergab. Fast dreineinhalb Minuten blieb Osnabrück ohne Punkt, bevor N‘Dea Bryant wenigstens einen Freiwurf im Korb unterbrachte (10:14/8.). Die Gäste zogen mit viel Energie zum Korb und schlossen aus allen Lagen ab – erfolgreich. Alise Karlsone setzte mit dem dritten Krofdorfer Dreier den Schlusspunkt unter das erste Viertel (14:21). Vor allem die Distanztreffer machten in den ersten zehn Minuten den Unterschied.

Panthers bekommen kleinen Krofdorfer Kader nicht in den Griff
Mit ihrer Zonenverteidigung hielten die Panthers die Gäste etwas weiter vom Korb weg und übten Druck auf die Knights aus. Die aber fanden immer wieder die Lücken in der Abwehr der Osnabrückerinnen, pflückten sich Offensivrebounds und schienen immer die passende Antwort zu haben: Kaum traf Milica Milosev den ersten OSC-Dreier (23:29/16.), antwortete Hof mit einem Treffer aus der Distanz. Krofdorf war zwar nur mit sechs Spielerinnen angereist, aber von denen bekamen die Panthers in der ersten Halbzeit keine in den Griff. Katharina Quapil sorgte mit dem fünften Dreier der Gäste für die 37:31-Führung, die Mikaela Gustafsson zur Halbzeit noch verkürzte (33:37). Noch immer waren die Knights den Panthers vor allem in einer Statistik weit voraus: Fünf von zehn Versuchen aus der Distanz fanden ihr Ziel, beim OSC nur einer von sieben Würfen (14 Prozent). Gleichzeitig führte Göttingen deutlich gegen Wolfenbüttel (42:27), so dass das Panthers-Resultat für die Tabellenkonstellation in der 2. Bundesliga bereits nebensächlich war.

OSC holt sich Führung, aber verspielt sie dann wieder
Der OSC wollte jedoch nicht mit einer Niederlage in die Playoffs gehen: Amukamara traf mit der Shotclock, Krofdorfs Hof ließ zwei Freiwürfe liegen. Gustafsson machte es besser und glich von der Linie aus (37:37/21.). Bei den Gästen fehlte nach der Pause die Zielgenauigkeit. So brachte Milosev mit ihrem zweiten Dreier erstmals nach den Anfangssekunden der Partie wieder in Führung (40:39/23.). Ein Freiwurf und Tews erster Distanztreffer folgten (44:39/24.), aber die Panthers-Führung hatte keinen Bestand: Zu statisch war das OSC-Spiel, und die Gäste fanden selbst nach kleineren Durststrecken ihre Treffsicherheit wieder. Der OSC zeigte vor großer Kulisse Nerven, wollte mit dem Kopf durch die Wand, aber lag vor dem Schlussabschnitt wieder mit einem Zähler zurück (47:48).

Mit Mühe zum Heimsieg, der in der Tabelle nichts bringt
Umkämpft und mit viel Arbeit verbunden war der Auftakt der letzten zehn Minuten: Melina Knopp sorgte mit einem Dreier wieder für zwei Zähler Vorsprung des OSC (52:50/34.). Tonia Dölle erhöhte von der Freiwurflinie (54:50). Krofdorf verzweifelte an der immer schlechter werdenden Trefferquote, aber kämpfte aufopferungsvoll, und die Panthers verpassten die Vorentscheidung. Erst, als Bryant aus dem Spiel und Amukamara mit Freiwürfen traf (62:53/39.), kehrte etwas Ruhe ins Spiel der Osnabrückerinnen, die allesamt von ihrer Bestform entfernt blieben. Der Sieg nicht mehr in Gefahr. Aufgrund des Göttinger Erfolges halfen die Punkte in der Tabelle nicht weiter, aber zumindest gehen die OSC-Frauen mit einem Sieg und Rückenwind ins Playoff-Halbfinale. Das allerdings beginnt nicht vor großer Kulisse in Osnabrück, sondern wird den Panthers zunächst in Wolfenbüttel viel abverlangen.

Neue Osnabrücker Zeitung