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24 PUNKTE VON AMUKAMARA

Die Hoffnung der Girolive-Panthers auf Platz zwei in der 2. Basketball-Bundesliga und damit ein Heimspiel in der ersten Playoff-Runde bleibt lebendig. Der Zweite Göttingen gewann drei Spieltage vor dem Ende der regulären Saison zwar seine Partie beim Vierten Neuss, aber die OSC-Frauen legten mit einem beeindruckenden Auftritt nach. Sie schlugen den TuS Lichterfelde aus Berlin mit 84:39 und lauern weiter auf einen Ausrutscher der Veilchen Ladies. Das Duell gegen Lichterfelde wurde zur früh entschiedenen Panthers-Show.

Zehn Fehlwürfe leisteten sich die Gäste zum Auftakt, bevor Jenny Menz nach fast dreieinhalb Minuten den ersten Punkt der Gäste von der Freiwurflinie erzielte. Da hatten sich die Panthers nach einer deutlich kürzeren Findungsphase bereits einen ansehnlichen Vorsprung erspielt: Nach 1:14 Minute eröffnete Mikaela Gustafsson mit den ersten Zählern. Promise Amukamara, Milica Milosev aus der Distanz und N‘Dea Bryant von der Freiwurflinie erhöhten auf 9:0 (3. Minute), bevor Lichterfelde zum ersten Mal überhaupt einen Korb bejubelte. Weil Ramona Tews einen weiteren Dreier beisteuerte und Amukamara mit Zug zum Korb durchbrach oder überlegt aus der Mitteldistanz sicher abschloss (zwölf Punkte im ersten Viertel), blieb die Panthers-Führung auch noch beruhigend, als die Gäste ins Spiel fanden und regelmäßiger trafen. Der OSC zeigte sich spielfreudig, Lichterfelde hingegen äußerst schwach im Abschluss (zwei Treffer bei 22 Würfen aus dem Spiel im ersten Viertel). So war mit dem 24:9 schon nach zehn Minuten die Partie entschieden.

Schon zur Pause ist Lichterfelde deklassiert

Der Verlust von Viktoria Vincze, die mit einer Sprunggelenksverletzung in Zivil auf der Bank saß, fiel nicht spürbar ins Gewicht. OSC-Trainer Mario Zurkowski setzte auch andere Profis früh auf die Bank und ließ mit Jenny Strozyk, Emma Eichmeyer und Tonia Dölle drei Nachwuchskräfte gleichzeitig ran, die den Vorsprung ausbauten (28:9). Schon in der 13. Minute kam mit Kira Dölle eine weitere Jugendspielerin zu ihrem Debüt in der 2. Bundesliga, die prompt ihre ersten Punkte verbuchte (30:14/14. Minute). Der TuS warf weiter aus allen Lebenslagen ins Nichts, Amukamara traf dafür auch aus der Distanz (37:18/18.). Milosev erhöhte den Vorsprung per Dreier auf mehr als 20 Zähler (40:18/19.). Tews sorgte mit einem Fastbreak nach Ballgewinn noch vor der Pause dafür, dass die Gäste deklassiert waren (44:20).

Mit 39 Punkten Vorsprung in den Schlussabschnitt

Der OSC startete nach der Pause mit einem professionellen Aufgebot, Lichterfelde hatte die Verletzung der lang gewachsenen Nyara Sabally zu beklagen, die später wieder ins Spiel eingreifen konnte. Nach sieben Punkten von Bryant schraubte Amukamara erst per Dreipunktspiel und dann mit einem schnellen Korb nach Ballgewinn den Vorsprung auf 58:22 (24.). Die Panthers hatten selbst mit einer überdeutlichen Führung nicht genug und hielten die Spannung hoch. Bryant legte nach, Tews schloss ansatzlos aus der Distanz ab (63:22/25.) – es war das Rezept, das den starken OSC-Auftritt erklärte: Platz unter dem Korb nutzten die Panthers mit ihren spielerischen Mitteln eiskalt aus, und wenn sie mal keinen Weg in die Wurfzone fanden, dann trafen sie eben aus der Distanz. Mit 39 Punkten Vorsprung (68:29) ging es in den Schlussabschnitt, und da hatten die Panthers inzwischen in Sachen Trefferquote bereits ein wenig zurückgeschaltet.

Im Schlussabschnitt geht der Fokus ein wenig verloren

Im vierten Viertel erwischte der TuS gegen ein junges OSC-Team den besseren Start (68:33/31.). Die Panthers leisteten sich mehr Ballverluste und Ungenauigkeiten, die Lichterfelde allerdings nicht ausnutzte. Trotzdem nahm Trainer Mario Zurkowski eine Auszeit, um den Fokus auch bei einem ungefährdeten Spielstand erneut zu schärfen. Alle Halbherzigkeiten konnten die Panthers aber nicht abstellen. Lichterfelde bekam mehr Chancen, traf aber weiter unterdurchschnittlich. Tonia Dölles Treffer leitete einen kleinen Zwischenspurt ein: Amukamara eroberte den Ball und erhöhte prompt. Nach einem Defensivrebound sprintete Milosev zu den nächsten Zählern (80:35/38.). Hätten die Panthers diese Form ohne kurzes Zwischentief auf den Platz gebracht, wäre es ein noch größeres Debakel für Lichterfelde geworden, aber das wäre Jammern auf höchstem Niveau – und das verbot sich angesichts der überragenden Gala-Vorstellung in der überwiegenden Spielzeit und einem am Ende überdeutlichen Erfolg.

 

Neue Osnabrücker Zeitung