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Mit Herzschlag-Sieg in Wolfenbüttel in Playoffs

Die Girolive-Panthers haben am 19. Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ihren 15. Saisonsieg gefeiert und den vorzeitigen Einzug in die Playoffs perfekt gemacht. Beim bis dato zuhause ungeschlagenen Spitzenreiter Wolfpack Wolfenbüttel gelang den OSC-Frauen ein 67:63 (42:39)-Sieg. Nach einem furiosen Start retteten die Panthers den Sieg in einem Herzschlag-Finish ins Ziel.
 
Nach 29 Sekunden hatte Promise Amukamara mit den ersten zwei Punkten den Startschuss gegeben. Die Ex-Osnabrückerin Klaudia Grudzien glich jedoch schnell von der Freiwurflinie aus. Während die Gastgeberinnen in den ersten Minuten gleich dreimal aus der Distanz scheiterten, machte Osnabrücks Milica Milosev vor, wie man aus der Distanz trifft: Ihr erster Versuch landete nach zweieinhalb Minuten zur 5:2-Führung im Ring. Und der Start nach Maß war noch lange nicht beendet: Kurz nachdem Alysha Womack die nächsten Punkte wieder nur per Freiwurf hatte nachlegen können, traf Milosev den nächsten Distanzwurf zur 10:4-Führung (4. Minute). Alli Gloyd ließ nach einer Wolfpack-Auszeit zwei Freiwürfe ungenutzt, bevor Milosev nachlegte (12:4/6.). Dann allerdings traf mit Spielmacherin Birgit Piibur auch eine Gastgeberin endlich aus dem Spiel heraus und ließ einen weiteren Korb folgen – den Melina Knopp prompt mit dem nächsten Dreier beantwortete (15:8/7.). Zwei Körbe von Mikaela Gustafsson und Knopps nächster Dreier ließen den Vorsprung nach siebeneinhalb Minuten auf 22:9 wachsen. Was für ein furioser Auftakt der Panthers beim Tabellenführer, der bis zum Ende des Viertels vornehmlich von der Freiwurflinie aus noch ein wenig Kosmetik betrieb, aber nach zehn Minuten mit 18:27 zurücklag.


Wolfenbüttel startet die Aufholjagd
Es war absehbar, dass sich der Spitzenreiter in eigener Halle nicht dauerhaft so vorführen lassen wollte. Bereits im zweiten Spielabschnitt begann das Wolfpack energisch die Aufholjagd. Constanze Wegner und Milosev trumpften zwar erneut mit Dreiern auf und Spielmacherin Amukamara trug mit zwei Treffern zur weiter deutlichen Führung bei (41:28/15.). Die begann aber – mangels Punkterfolgen des OSC – ab der Mitte des zweiten Viertels rasant zu schmelzen. Auch Wolfenbüttel streute inzwischen immer mal wieder einen erfolgreichen Dreier ins Spiel ein. Dass die Gastgeberinnen nur mit acht Spielerinnen angetreten waren, machten sie durch Kampfgeist und Qualität wett. Auch Alysha Womack fand besser ins Spiel – zumindest vorübergehend. Mit einem 7:0-Lauf verkürzte Wolfenbüttel zunächst auf 35:41 (17.). Wegner beendete eine knapp drei Minuten lange Durststrecke der Gäste mit einem Freiwurf (42:35), aber das war nur ein Aufflackern. Gustafsson ließ die nächsten beiden Freiwürfe liegen. Das Wolfpack witterte seine Chance und war 35 Sekunden vor der Halbzeit mit dem Treffer zum 39:42 zurück im Spiel.


Panthers wehren sich erfolgreich und behaupten die Führung
Ohne Gegenwehr wollten sich die Panthers aber auch dem überragenden Spitzenteam der Liga nicht geschlagen geben: Vier Punkte von Ramona Tews brachten dem OSC ein Sieben-Punkte-Polster (46:39/22.). Das war allerdings nach einem Piibur-Dreier und einem Freiwurf von Alli Gloyd nach dreieinhalb Minuten Spielzeit so gut wie aufgebraucht (48:47/24.). Weil die Panthers aber wieder solider trafen, weiterhin beherzt bei den Rebounds zupackten und bei Wolfenbüttel nicht jeder Versuch zum Erfolg führte, wendeten die Gäste den kompletten Umschwung des Momentums ab. Minutenlang mühten sich beide Teams vergeblich um Punkte, bevor Tews das 56:49 erzielte (29.). Wolfenbüttel traf zwar noch einmal, aber die Panthers hatten ihren Vorsprung im dritten Durchgang wieder leicht ausgebaut (56:51).


Ausgleich Sekunden vor Schluss bricht Panthers-Moral nicht
Viktoria Vincze traf zum Auftakt des Schlussabschnitts nur einen von zwei Freiwürfen. Tonia Dölle sollte wenig später gleich zwei Freiwürfe liegen lassen, aber dafür traf sie zweimal aus dem Spiel heraus (61:51/34.). Wenn sich die Panthers etwas vorwerfen lassen mussten, dann, dass sie die Partie nicht frühzeitig mit einem deutlicheren Resultat entschieden – denn Wolfenbüttel blieb bis zu Gloyds Dreipunktspiel im Schlussabschnitt zunächst satte 5:11 Minuten ohne Korb. So punktfreudig beide Teams begonnen hatten, so mager waren die Treffer im Schlussabschnitt. Zwei Gustfasson-Freiwurftreffer konterte Wolfenbüttel mit einem 6:0-Lauf. Anderthalb Minuten vor dem Ende war es wieder eng (63:60), auch weil die Panthers ihre Versuche nur noch selten unterbrachten. So war es Womack vorbehalten, 51 Sekunden vor Schluss von der Freiwurflinie auszugleichen (63:63). Es hätte die entscheidende Szene des Spiels sein können, aber die Panthers bewiesen Moral. In ihrem letzten Angriff sicherten sie sich gleich mehrfach die Offensivrebounds nach erfolglosen Würfen, so dass Dölle fünf Sekunden vor der Schlusssirene zum vorentscheidenden 65:63 traf. Weil Womacks letzter Dreier in Osnabrücker Armen landete und die gefoulte Tews an der Freiwurflinie cool blieb, feierten die Panthers zurecht einen tapfer erkämpften 67:63-Sieg beim Spitzenreiter.
 
 
Neue Osnabrücker Zeitung