< Zurück zur Übersicht

Girolive-Panthers schlagen TG Neuss Tigers 73:62

Am 18. Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga haben die Girolive-Panthers Osnabrück den nächsten großen Schritt Richtung Playoffs gemacht. Mit dem 73:62-Erfolg gegen die TG Neuss Tigers wurde Platz drei gefestigt. Zudem haben es die OSC-Frauen in der eigenen Hand, mit einem weiteren Sieg die Playoff-Teilnahme auch rechnerisch perfekt zu machen.

Mit jeweils drei Fehlwürfen starteten beide Teams in die Partie – ein Zeichen für die Nervosität auf beiden Seiten, aber auch für zwei motivierte Abwehrreihen. Keine Mannschaft wollte den Gegner ohne Gegenwehr zum Abschluss kommen lassen, aber die Gäste zeigten sich in dieser Hinsicht schnell bissiger. Osnabrück traf zu häufig an, aber nicht in den Ring, während die Tigers energisch durch die Panthers-Defense brachen und auch schwierige Würfe im Ziel unterbrachten. Ein Ballverlust in der eigenen Hälfte und weitere Ungenauigkeiten im Passspiel taten ihr übrig. So lagen die OSC-Frauen früh mit zehn Punkten zurück (4:14/6. Minute) und es kam noch schlimmer: Selbst eine Auszeit hatte den Neusser Rhythmus nicht bremsen können, beim 4:19 (8. Minute) drohte eine Lehrstunde. N‘Dea Bryant beendete eine knapp fünfeinhalb Minuten dauernde Durststrecke mit dem 6:19 (8.). Zusammen mit Mikaela Gustafsson verkürzte Bryant auf 12:19. Constanze Wegners Treffer mit der Schlusssirene des ersten Viertels hielt den Rückstand im Rahmen (14:21).

Erste Panthers-Führung des Spiels in der 17. Minute
Mit Promise Amukamaras Freiwürfen und einem Kraftakt-Korb nach Ballgewinn und cleverem Zuspiel von Jenny Strozyk waren die Panthers nach Wiederbeginn schnell zurück im Spiel (18:21/12.). Die Osnabrückerinnen steigerten sich spielerisch, erarbeiteten sich mit klugen Pässen die Abschlusschancen, aber nutzten sie nicht mit allerletzter Konsequenz. Immerhin forderten sie Neuss nun auch in der Defensive intensiver, ließen dem Gegner aber noch zu viele abprallende Bälle unter dem eigenen Korb. So führten die Tigers bis zur Mitte des Viertels, bevor Amukamara mit dem ersten OSC-Dreier auf einen Punkt Rückstand verkürzte und Ramona Tews von der Freiwurflinie für die erste Panthers-Führung im gesamten Spiel sorgte (29:28/17.). Die brachten die Panthers nicht in die Pause, weil sie Neuss zweimal in Folge den freien Zug zum Korb gestatteten. Gustafssons Freiwürfe mit der Pausensirene bedeuteten aber zumindest wieder den Gleichstand zur Halbzeit (34:34).

OSC verpasst einen höheren Vorsprung und gerät wieder in Rückstand
Amukamara eröffnete die zweite Halbzeit mit einem Dreier, aber für Neuss antwortete Jana Heinrich mit einem Treffer ebenfalls aus der Distanz. Den nächsten Korb der Gäste konterte der OSC mit einem 6:0-Lauf, verpasste dann aber, aus dem Schrittfehler der Gäste einen noch deutlicheren Vorsprung zu machen. Mehrere Angriffe blieben in der Folge auf beiden Seiten ohne Erfolg – entweder, weil die gegnerische Defensive Fehler provozierte oder weil auch aussichtsreiche Wurfpositionen nicht zu Körben führten. Intensiv blieb das Duell zweier Teams auf Augenhöhe auch ohne Punkte. Allmählich schlich sich aber wieder einige Nervosität ein. In den letzten sechs Minuten des dritten Viertels gelangen den Panthers nur vier Punkte – darunter ein Dreipunktspiel von Melina Knopp. Weil Miriam Boulkheir das Viertel mit einem Dreier abschloss, lag der OSC vor dem Schlussabschnitt hauchdünn zurück (47:48).

Amukamaras Power-Korb wirkt wie ein Weckruf
Beim Rebounding hatten im Schlussabschnitt meistens die verteidigenden Teams das Sagen und griffen sich die Abpraller. Auf drei Punkte bauten die Gäste ihre Führung aus, weil sie – wie zu Spielbeginn – mit ihrer Energie zum Korb durchkamen. Die starke Gustafsson und Bryant glichen wieder für den OSC aus (54:54), aber dann ließen die Panthers gleich mehrfach die Chance aus, das Momentum vollends auf ihre Seite zu ziehen. Ein Ballgewinn und erneut ein Power-Korb von Amukamara in Bedrängnis wirkten wie ein Wachmacher für die Halle (58:57) – zuvor hatte Panthers-Trainer Mario Zurkowski ein technisches Foul kassiert, als er nach einem Pfiff gegen seine Mannschaft in die Kabine gegangen war, um sich dort aufzuregen. Bryant ließ in der Folge zwar zweimal Punkte von der Freiwurflinie liegen, war aber mit ihrem energischen Einsatz unter dem Korb der Gäste wertvoll. Fünf Punkte der US-Amerikanerin in Serie bedeuteten eine 64:59-Führung knappe zwei Minuten vor Spielende. Gustafsson zeigte an der Freiwurflinie Nerven und traf nur zwei von vier Versuchen, die Tigers kamen derweil aus dem Spiel heraus nicht mehr so häufig zu Punkten. 1:11 Minute vor dem Ende traf Milica Milosev zwei Freiwürfe – zum 69:60. Die Vorentscheidung, weil Neuss nicht mehr aus dem Spiel traf und sich im Gegenzug nur mit schnellen Fouls zu helfen wusste. Tews und Bryant versenkten ihre Freiwürfe, am Ende brachten die OSC-Frauen eine Elf-Punkte-Führung ins Ziel.

Neue Osnabrücker Zeitung