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Zwei Nationalspielerinnen für die Girolive-Panthers

Der Osnabrücker Sportclub rüstet im Rennen um die

Playoff-Plätze in der 2. Basketball-Bundesliga mit zwei Nationalspielerinnen

auf: Aus den USA kommt Spielmacherin Promise Amukamara, die für Nigeria

spielberechtigt ist. In Sarajevo spielte zuletzt die Montenegrinerin Milica

Milosev, die als Forward-Spielerin das Nationaltrikot Bosniens trägt. Noemi

Czirjak spielt indes in den Planungen des Zweitligisten keine Rolle mehr und

wechselt nach Bad Homburg.

„Wir können ihr überhaupt nichts vorwerfen“, sagt

OSC-Geschäftsführer Hendrik Witte über Czirjak, die in der Südstaffel der 2.

Bundesliga künftig für die Elangeni Falcons aus Bad Homburg auf Punktejagd

gehen wird. Menschlich habe sie sich „top verhalten“, sagt Witte. Nur sportlich

gibt es einen Haken: „Sie hat es nicht geschafft, sich vor Jenny Strozyk zu

positionieren.“ Der OSC wünschte sich allerdings in der Spielmacherrolle

„jemanden, der vorausgeht. Wir können nicht einer 16-Jährigen die Verantwortung

aufbürden, ein Spitzenteam zu führen“, erklärt Witte. Mario Zurkowski spricht

seiner früheren Spielerin das sportliche Können nicht ab: „Noemi hat

Fähigkeiten, aber die haben nicht ganz zu unserem Spielstil gepasst. Bad

Homburg ist genau die Alternative, die sie braucht. Sie wird Bad Homburg

deutlich mehr helfen als uns“, sagt der Trainer.

 

Amukamara soll Panthers-Spiel lenken

 

„Relativ früh“ habe festgestanden, dass die Panthers auf der

Position des Point Guards im Winter reagieren wollten, sagt der Trainer.

Einfach war die Suche dennoch nicht. Das Scouting von Kandidatinnen habe „sehr

wenig Schlaf“ mit sich gebracht. Mit Promise Amukamara sei „eine super Lösung“

gefunden worden, findet Geschäftsführer Witte. Die 23-Jährige, Schwester von

NFL-Football-Profi Prince Amukamara, spielte an der Arizona State University.

„Das ist eines der Top-Ten-Colleges in den USA“ ordnet Zurkowski die sportliche

Qualität ein. Amukamara stand vor einem Engagement bei Phoenix Mercury in der

Profiliga WNBA, hatte im Frühjahr 2015 aber nach zwei Vorbereitungsspielen

keine Perspektive mehr in dem Team und wechselte nach Europa, wo sie zuletzt in

der ersten spanischen Liga für CREF Hola aus Madrid auflief. „Sie ist eine

athletische Spielerin mit einem sehr hohen Basketball-IQ“, sagt Zurkowski und

freut sich, dass die Interaktion mit den Mitspielerinnen schon nach den ersten

beiden Einheiten „sehr gut“ funktioniere.

 

Milosev seit Mittwoch in Osnabrück

Noch ganz frisch ist Milica Milosev in Osnabrück. Erst in

der Nacht zu Mittwoch kam die 23-Jährige an, absolvierte am Morgen danach ihre

erste Einheit mit dem Team. „Sie bringt viel Athletik und Größe mit und ist ein

top teammate“, sagt Zurkowski. Organisatorisch seien „alle Hebel in Bewegung

gesetzt“ worden, um etwa arbeitsrechtlich den Weg für ein Engagement der

Nicht-EU-Ausländerin beim OSC zu ebnen. „Alle haben einen tollen Job gemacht,

dass wir das durchbekommen haben“, sagt Zurkowski, während sich Witte freut,

dass es „externe Hilfe“ bei der Finanzierung des Transfers gab.

 

Mario Zurkowski: Die Mitspielerinnen helfen bei der Integration

 

„Wir müssen jetzt mit ihnen nacharbeiten, was wir uns in den

vier Monaten zuvor erarbeitet haben“, sagt Zurkowski über die Neuzugänge, ist

aber zuversichtlich: „Die Mannschaft hat wenig vergessen, und die

Mitspielerinnen helfen den beiden, sich zu integrieren.