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OTB gegen Panthers: Derby mit klar verteilten Rollen

 Man kennt sich, man schätzt sich, und hin und wieder wird

auch gemeinsam etwas unternommen. Vielleicht sogar am Samstag. Allerdings erst

nach dem ersten Zweitliga-Derby zwischen den OTB-Basketballerinnen und den

Girolive-Panthers (17.30 Uhr).

 

 „Geplant ist es jedenfalls. Ob es klappt, wird sich zeigen“,

meint Michelle Müller. Es dürfte auch ein bisschen auf die Stimmung ankommen,

die nach der Partie herrscht.

 

Aktuell ist sie in beiden Lagern gut. Aufsteiger OTB Titans

startete mit einem 64:50-Erfolg beim Barmer TV in die Saison, Absteiger

Panthers siegte zum Auftakt 56:47 in Grünberg. „Für uns war der Sieg schön und

wichtig“, sagt Michelle Müller, „der OSC geht als klarer Favorit in das Derby,

aber wir können jetzt völlig ohne Druck antreten.“ Auch, weil die Ziele der

Vereine völlig unterschiedlich sind. „Wir wollen die Klasse halten und der OSC

zurück in die Erste Liga“, sagt Müller.

 

 Vergangene Saison noch beim OSC

 

 In der vergangenen Saison startete sie noch mit den Panthers

im Oberhaus. Im Sommer entschied sie sich dann für den Wechsel. „Der OSC hat

ein anderes Konzept und ein anderes Budget. Er setzt auch auf Ausländerinnen,

der OTB eher auf Spielerinnen aus der Region.“

 

 Und von denen spielten auch andere schon beim Derbygegner.

Aufbauspielerin Larissa Schwarz und Katrin Sokoll-Potratz, die mit 44 Jahren

nun beim OTB noch einmal Zweitliga-Luft schnuppert. Auch Trainer Roland Senger

war vor einigen Jahren schon einmal beim OSC. „Wir verstehen uns alle ganz gut.

Einige von uns machen auch schon mal hin und wieder was gemeinsam“, berichtet

Müller über die Atmosphäre zwischen den beiden Mannschaften.

 

Ab 17.30 Uhr ruhen die Freundschaften

 

 Am Samstag ab 17.30 Uhr müssen die Freundschaften allerdings

ruhen. Dann geht es in der OTB-Halle 1 um den Sieg im Stadtderby. Ein paar

Tickets sind schon verkauft. Müller hofft auf ein volles Haus und eine gute

Stimmung. „Das ist schon was Besonderes für uns – das erste Heimspiel in der 2.

Liga und dann gleich ein Derby“, sagt sie und gesteht: „Da ist man schon ein

bisschen nervöser als sonst.“

 

Die Gastgeberinnen wollen das vor allem durch Teamgeist

wettmachen. „Das ist unser größter Vorteil“, sagt Müller, auf die Stärken ihrer

neuen Mannschaft angesprochen. „Wir verstehen und alle sehr gut und haben sehr

viel Spaß miteinander. Deshalb reißen wir uns auch füreinander den Arsch auf,

wie es so schön heißt.“

 

Extraschicht vor dem Derby

 

 Vor dem Derby legten die OTB-Frauen sogar eine Extraschicht

ein. Statt frei gab es am Donnerstag eine freiwillige Einheit. Das lag aber

auch daran, dass das Fotoshooting am Tag zuvor etwas länger dauerte als

gedacht. „Da konnten wir nicht mehr viel machen, deshalb holen wir das nun

nach“, berichtet Müller.

 

Im Training konzentriert sich die Mannschaft auf das eigene

Spiel. Die Panthers treten mit einigen neuen Spielerinnen und einem neuen

Headcoach an. Da hat sich manches zur Vorsaison geändert. „Wir wissen also

nicht genau, wie sie spielen werden“, sagt Müller.

 

Kein Freundschaftsspiel

Bei ein paar Testspielen haben sie sich natürlich

gegenseitig beobachtet. Ein Freundschaftsspiel gab es aber nicht – und wird es

am Samstag auch nicht geben. Im Derby kämpft jeder für sich. Erst nach der

Partie kennt man sich wieder gut und verbringt möglicherweise den restlichen

Abend zusammen. Vielleicht klappt es ja.

Neue Osnabrücker Zeitung