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Panthers-Trainer Zubiran: Junge Spielerinnen sind die Zukunft

Bislang spielt sich das Leben zwischen seiner Wohnung in Hasbergen und den Sporthallen ab, in denen die Girolive-Panthers trainieren. „Ich bin glücklich damit“, sagt Marcelo Zubiran, der seit Ende August die Trainingseinheiten des Basketball-Bundesligisten leitet.

Angst, bei einem so engen Fokus etwas zu verpassen, hat er nicht. Als er kam, „wusste ich alles über Osnabrück“, sagt Zubiran. Das im Internet angelesene Städtewissen reicht ihm erst mal. Wie die Panthers Basketball spielen, eignete er sich im Videostudium an. „Ich habe mir eine Pizza bestellt, das Handy an die Seite gelegt und mir zehn Stunden lang die Spiele angesehen“, sagt der 46-Jährige. Er sah „ein Team mit einer vielversprechenden Zukunft“. Die liegt jetzt auch in seinen Händen.

„Marcelo bringt die nötige Energie mit, die wir brauchen“, sagt Teammanager Aleksandar Cuic. Vielleicht liegt das auch im südamerikanischen Temperament des Uruguayers begründet, der auch einen spanischen Pass besitzt. Trotz seiner Energie und Präsenz im Gespräch betont Zubiran aber: „Es geht hier nicht um mich. Es geht um uns.“

Die Panthers, die er auf den Videos sah, haben ihr Gesicht ein wenig geändert. Vier Spielerinnen sind weg, zwei neue hinzugekommen. Zubiran sieht darin keine große Hürde. Als Trainer sei er „wie ein Schneider, der einen guten Anzug macht, egal aus welchem Material“.

In einem Mix aus jungen und erfahrenen Spielerinnen – Kata Takács ist mit 28 Jahren die Älteste im Kader – müsse er nun „die Balance finden, wer spielt“. Junge deutsche Spielerinnen, auf die der OSC seit einigen Jahren setzt, sollen ihre Einsatzzeiten bekommen. „Sie sind die Zukunft des Clubs – und des Nationalteams“, sagt Zubiran: „Wenn junge Spielerinnen nicht spielen, haben sie keine Chance, sich zu entwickeln.“ Dieser Prozess werde weiter Zeit brauchen, hofft Zubiran auf die Geduld aller Beteiligten, aber „man baut ein Haus ja auch vom Boden und nicht vom Dach aus“.

Auch deshalb gibt es vom neuen Übungsleiter keine Platzierungsvorgabe für den Tabellensiebten der Vorsaison. Oberstes Ziel sei es, die Mannschaft in der Bundesliga zu etablieren, „und dann lasst uns träumen“, sagt Zubiran: „Unseren Zielen sind keine Grenzen gesetzt.“ Auf einen Spielstil will sich der Trainer ebenfalls nicht festlegen: „Der Tanz hängt von der Musik ab“, sagt er. Mal brauche es Rock ’n’ Roll, mal einen langsameren Rhythmus. Was angesagt ist, lasse sich nicht vorab bestimmen. „Basketball ist keine Mathematik“, sagt Zubiran, „sondern es ist Energie und Emotion“.

Mit seiner Art kommt der neue Trainer bei den OSC-Verantwortlichen an. „Wir haben uns vom ersten Tag an verstanden“, sagt Teammanager Cuic. Dass beide früher selbst professionell spielten, verbindet. „Es hat zu 50 Prozent meine Entscheidung für Osnabrück begünstigt, dass er Basketballspieler ist“, sagt Zubiran, der dankbar ist „für die Chance, der erste südamerikanische Trainer in der Bundesliga zu sein“.

Am Sonntag (17 Uhr) macht er sich erstmals ein Bild davon, wie weit sein Team nach zwei Wochen intensiver Wettkampfvorbereitung ist. Der niederländische Erstligist Triple Threat aus Haarlem kommt zum Test. Zuschauer sind allerdings nicht zugelassen, sodass die Panthers-Fans im September auf einen Einblick in die Arbeit des neuen Trainers verzichten müssen: Die Tests gegen die Grasshoppers Katwijk (Niederlande, 19. September) und TK Hannover (26. September) sind auswärts angesetzt. Für Zubiran birgt das zumindest die Chance, mal etwas anderes als die Trainingshallen des OSC zu sehen.

 

Neue Osnabrücker Zeitung