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Panthers überraschen in Wasserburg

Sensation in Wasserburg: Die GiroLive-Panthers Osnabrück haben die Partie beim einstigen Serienmeister aus Bayern mit 72:69 (43:33) gewonnen – und das ohne Kapitänin Melina Knopp. Für den Außenseiter punkteten fünf der acht Spielerinnen zweistellig. Zudem erzielte Kata Takács im ersten Einsatz nach ihrer Gehirnerschütterung 9 Zähler. Emma Eichmeyer kam zu ihrem ersten Kurzeinsatz nach wochenlanger Verletzungspause.

Elf Meistertitel zwischen 2004 und 2017 auf der einen Seite, der Aufsteiger auf der anderen. Die Rollen waren im Vorfeld klar verteilt, zumal der TSV auch mit zwei Siegen aus zwei Spielen in die Saison gestartet war. Das Team von Mario Zurkowski holte gegen Ende des ersten Viertels dann einen Rückstand auf, Takács Dreier zum 18:17 war ein Vorgeschmack auf die zweiten zehn Minuten.

Als Brittany Carter aus der Distanz traf und Katie McWilliams im nächsten Angriff zum 28:21 (14. Minute) nachlegte, musste TSV-Trainerin Sydney Parsons mit einer Auszeit reagieren. Der Spielfreude der Panthers tat dies keinen Abbruch. Durch schnelles Passspiel kamen die Gäste immer wieder zu offenen Würfen, die McWilliams, Carter und Rowie Jongeling einnetzten (38:27). Aber nicht nur von der Dreierlinie war Osnabrück gefährlich, mit Zug zum Korb sorgten McWilliams und Jenny Strozyk für eine 43:33-Pausenführung der Panthers. Sieben ihrer elf Versuche von der Dreierlinie waren erfolgreich.

Den ersten Ansturm der Gastgeberinnen (43:37; 21.) wehrte Brianna Rollerson mit vier Punkten ab (47:37). Jongeling legte von Außen nach und sorgte für die höchste Führung des Spiels (50:37; 24.). Danach verloren die Gäste ihren Rhythmus, Wasserburg erkämpfte sich gegen die Zonenverteidigung des OSC-Teams einige Offensivrebounds und verkürzte auf 53:46 (30.).

Zurkowski nahm früh im vierten Viertel eine Auszeit, musste aber trotzdem mitansehen, wie Kelly Moten den Ausgleich erzielte (55:55; 33.). Eine Minute später brachte Nationalspielerin Svenja Brunckhorst die Gastgeberinnen von der Freiwurflinie in Führung (56:57; 34.). Es ging hin und her, bis Jongeling ihren vierten Dreier durch die Reuse schickte und die Panthers aufatmen ließ (63:59; 36.). Nach einer Auszeit drehte der TSV die Partie, Tina Jakovina holte die Führung zurück (63:64; 38.). Jongeling gab die passende Antwort aus der Distanz, Carter baute die Führung an der Freiwurflinie auf 68:64 aus (40.).

Geschlagen war der Favorit aber noch nicht. Moten stellte den Anschluss her (67:68), doch 15 Sekunden vor Schluss fand Takács die Lücke in der TSV-Defensive und legte unbedrängt zum 70:67 ab. Brunckhorst traf zwei Freiwürfe, anschließend wurde Carter gefoult. Sie bewies ebenfalls Nervenstärke und sorgte für das 72:69. Ein letzter, schneller Dreierversuch von Moten verfehlte das Ziel, die Spielerinnen aus Osnabrück jubelten und lagen sich in den Armen.

In fast allen Kategorien hatte Wasserburg die besseren Werte. Bei den Rebounds (33:36), Assists (15:16), Steals (6:7) und Blocks (1:3) war der Unterschied gering, deutlicher sah es bei den Ballverlusten aus (17:12). Aber: Die Panthers trafen 10 von 21 Würfen aus der Distanz (41%), der Favorit nur 3 von 26 (11%). Da fiel auch der Nachteil im Zweipunktebereich (13/33, 39% ggü. 24/41, 58%) nicht weiter ins Gewicht. Freiwürfe trafen beide Teams gut (80%), Osnabrück hatte aber fünf mehr (16/20 ggü. 12/15).

Es war der erste Osnabrücker Sieg in Wasserburg und der zweite insgesamt. Am 2. März 2014 hatten die Panthers das Heimspiel mit 69:64 gewonnen.

Bereits am Sonntag steht für den Aufsteiger das nächste Duell gegen ein Spitzenteam an. Die ungeschlagenen Rutronik Stars Keltern, Vizemeister und Eurocup-Teilnehmer, sind um 16 Uhr in der OSC-Halle A zu Gast.

Die Viertel im Überblick: 18:17; 25:16; 10:13; 19:23.

Für Osnabrück spielten: Brittany Carter (14 Punkte/2 Dreier), Tonia Dölle, Emma Eichmeyer, Rowie Jongeling (16/5, 12 Rebounds), Katie McWilliams (13/2), Brianna Rollerson (10, 8 Rebounds), Jenny Strozyk (10, 7 Assists), Kata Takács (9/1).