Spielerinnen im Interview: Juliane Höhne

Redaktion: Hallo Juliane stell dich uns doch mal vor.

Juliane: Also mein Name ist Juliane Höhne ich komme aus Halle an der Saale und bin 29 Jahre alt.

Redaktion: Wie bist Du zum Basketball gekommen?

Juliane: Meine Freizeit von Kind auf an habe ich fast ausschließlich in der Sporthalle verbracht, weil mein Vater Basketball Trainer ist und meine Mutter DDR Nationalspielerin war. Ich habe das gehasst weil der Basketball Sport  unsere gesamte gemeinsame Zeit die wir mit der Familie hatten aufgefressen hat. Meine Eltern haben immer versucht mir den Sport schmackhaft zu machen mit Sprüchen, wie du bist doch groß oder du wirst bestimmt gut usw. Mit zehn Jahren habe ich dann nachgegeben und bin zum ersten Mal zum Training gegangen und habe dann auch für mich den Spaß am Basketball entdeckt.

Redaktion: Wo hast Du überall Basketball gespielt?

Juliane: Das ist eine lange Geschichte, ich bin da viel rumgekommen. Meine erste Station war der BC 69 Halle, woraus dann später der SV Halle wurde. Mit Halle bin ich im Jugendbereich zwei Mal Deutscher Meister geworden und zwei Mal Vizemeister, habe also recht erfolgreich dort gespielt. Mit sechzehn stand ich das erste Mal dann im Kader der Damenmannschaft, die in der ersten Liga spielte. Leider bin ich dort im ersten Jahr nie zum Einsatz gekommen. Der SV Halle ist in der Saison dann abgestiegen und ich habe daraufhin drei Jahre auch aktiv in der zweiten Bundesliga mitgespielt. Mein Ziel war aber die erste Liga und ich habe dann 2003 den Verein gewechselt und für zwei Jahre in Leipzig gespielt. Nach der Zeit in Leipzig bin ich für drei Jahre in die Staaten gegangen.Ich habe dort in Indiana Basketball gespielt und studiert und meinen Master in Biologie gemacht. Ich habe mich dann nach der Zeit in Amerika, entschieden Basketball Profi zu werden. Mein erstes Profijahr 2008 bis 2009 habe ich in Italien bei San Martino di Lupari Basketball gespielt, leider nur mit mäßigem Erfolg, da wir gerade mal so den Klassenerhalt geschafft hatten. Von 2009 bis 2010 bin ich zum Evreux Athletic Club in Frankreich gewechselt. Die Saison war für mich individuell sehr erfolgreich, da ich als wertvollste Spielerin der Liga ausgezeichnet wurde. Nach dem Jahr in Frankreich bin ich für drei Monate nach Belgien gegangen, was sich aber als totaler Flop herausstellte, da war nichts organisiert und ich habe mich da von Anfang an nicht wohlgefühlt. Ich habe dann meinem Agenten gesagt, dass er mir bitte einen neuen Verein suchen soll. Daraufhin bin ich nach Wolfenbüttel gewechselt, was sich als sehr gute Entscheidung herausgestellt hat. Da hat alles gestimmt und das ist bis jetzt auch der Verein wo ich mich am wohlsten gefühlt habe. Nach der tollen Zeit bei den Wildcats in Wolfenbüttel habe ich wieder ein super Angebot aus Frankreich erhalten, was ich nicht ausschlagen konnte. Der Verein hieß Union Feminine Angers Basket,  das war einer der Ligakonkurenten meines letzten Vereins in Frankreich. Ich bin dem Trainer wohl positiv aufgefallen und der wollte mich unbedingt verpflichten. Nach dem Jahr in Angers, wollte ich gerne noch einmal in Deutschland spielen. Deswegen habe ich mich für Osnabrück entschieden. Ein weiterer Grund war die Möglichkeit hier eine Mannschaft zu Trainieren, was mir persönlich sehr wichtig ist.

Juliane Höhne in Action

Redaktion: Du bist jetzt erst eine kurze Zeit hier in Osnabrück, hast Du schon etwas gesehen und wie gefällt es Dir hier?

Juliane: Ja richtig viel gesehen von Osnabrück habe ich leider noch nicht, da wir viel trainiert haben. Allerdings hatte ich schon einen kleinen Einblick beim Stadtrundgang mit der Mannschaft, und Osnabrück scheint eine ganz hübsche Stadt mit der richtigen Größe zu sein. Außerdem werde ich sicherlich bald mehr Zeit haben und ich bin schon sehr gespannt auf das, was mich hier erwartet.

 

Redaktion: Was hörst du in der freien Zeit für Musik?

Juliane: Hauptsächlich RnB, aber eigentlich alles was es zu hören gibt, außer Techno, Elektro und Country Musik.

 

Redaktion: Was für ein Typ Mensch bist Du?

Juliane: Ich bin offen für Neues, was man ja in unserem Beruf sein muss. Außerdem bin ich ehrlich, womit manche Leute vielleicht nicht immer klarkommen, da ich meine Meinung sage. Ich poche immer auf Gerechtigkeit setzte mich auch für andere ein wenn ich der Meinung bin, das sie nicht vernünftig behandelt werden. Manchmal bin ich auch ganz schön stur, was aber auch auf dem Feld von Vorteil sein kann.

 

Redaktion: Was möchtest Du nach Deiner Basketball Karriere machen und wie lange möchtest du noch spielen?

Juliane: Gute Frage, also wenn ich auf meinen Körper hören wollte, müsste ich schon im kommenden Jahr mit Basketball aufhöhren. Vielleicht hänge ich aber auch noch ein Jahr in Osnabrück dran, wenn Christian mich bei dem harten Training am Leben lässt! Ja und mit dreißig sollte man ja auch mal versuchen Wurzeln zu schlagen, um eine Familie zu gründen. Arbeitsmäßig habe ich ja einen Master in Biologie, ich sehne mich aber nicht wirklich danach, in dieser Richtung zu arbeiten. Ich habe letzten Sommer meine C- Trainerlizenz gemacht, würde im kommenden Sommer gerne meine B- Lizenz machen, also sehe ich mich eher im Bereich Sport wieder. Ich überlege auch ob ich noch einmal Studieren, vielleicht Sports Management. 

Juliane Höhne

Redaktion: Was für eine Rolle möchtest Du hier in Osnabrück bei den GiroLive Panthers spielen?

Juliane: Leistungsträgerin, Führungsspielerin ich weiß nicht, ich sehe mich eher als Mannschaftsspielerin, die versucht im Dienste der Mannschaft alles zu geben . Meine Stärke ist absolut die Defense, da fühle ich mich wohl auf meiner Position des Centers. Ich habe alle Rollen in meinem Leben durchlaufen, vom Küken auf der Bank, das hofft eine Minute zu spielen, bis zur Go-To-Spielerin, die den entscheidenden Korb machen musste. Meine Rolle im Team wird sich mit der Zeit selber ergeben, ich möchte mich nirgendswo aufdrängen oder im Vordergrund stehen. Ich bin im Team ja die älteste und hoffe, dass ich allen mit meiner Erfahrung weiter helfen kann, um dann gemeinsam erfolgreich Basketball spielen zu können.

 

Redaktion: Vielen Dank für das Interview Juliane Höhne

 

Interview und Fotos

S.Tillner

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